Tag-Archiv für 'sexismus'

Horror als Alltag

Für Buffy-Interessierte gibt es seit kurzem dieses nette Buch beim Verbrecher Verlag:

Buffy ist ein Mädchen, das Dämonen mächtig auf die Mütze gibt. Herrschaftliche Strukturen, die in der Real World so schwer zu fassen sind, erhalten ein Gesicht, in das man schlagen kann. Soweit so schön, aber leider nur für den Zuschauer. Denn Buffy selbst kriegt durch ihren »Job« ganz andere Probleme in der Highschool, später im College und im dämonenfreien Teil ihres Alltags. Und zwar solche, die man nicht verprügeln kann. Hier hat die Struktur kein Gesicht mehr. Im Medium des Phantastischen werden so Heteronomie-Erfahrungen auf eine verbindliche Weise thematisiert, wie es vermeintlich authentischen Abbildern und moralischem Bildungsfernsehen nicht möglich ist. In zehn Artikeln streitet das Buch auch darüber, ob sich der kritische Gehalt der Fernsehserie an ihren Kunst- oder aber gerade an ihren Kulturindustriecharakter binden lässt.

Verbrecher Verlag

Fuck Polyamory?

In der aktuellen konkret schreibt Iris Dankemeyer über Polyamorie, was heißt schreibt, sie kotzt sich über Polyamorie aus, und es ist echt peinlich sowas in einer linken Zeitung zu lesen. Man muss nicht alles toll finden was Polyamorie betrifft und man muss es schon gar nicht selbst leben, aber einen emanzipativen Ansatz so leichtfertig in die Ecke zu stellen ist einfach nur peinlich!

Schroedter und Vetter wenden das immerhin noch politisch – Liebe steht im „Zentrum machtpolitischer Interessen“ und bilde „zwischen den gesellschaftlichen Ensembles von Sexualität, Freundschaft, Solidarität und Glauben ein Dispositiv“. Diese „Normativität“ ist das Böse, zu dem „das Subversive als produktives Element“ den entsprechenden Gegenpart bildet. Die Werte der Polyamory seien von Solidarität durchzogen, so daß „eine Aufrechnung, wie sie die Tauschwertlogik impliziert, völlig ausgeschlossen“ sei. Die „Integrität“ von Polyamory stehe der „Marktradikalität“ diametral entgegen. Hier formiert sich Widerstand „gegenüber dem Leistungsdruck des herrschenden Alltags“, geeignet, „den Schein der Warenwelt zu entzaubern“. Make Polyamory Not Capitalism.

Mir kommt es fast so vor, als ob sie den Polyamorie-Band von theorie.org absichtlich falsch gelesen hat, nur um einen Negativ-Text schreiben zu können.
Dazu auch eine Diskussion im Mädchenblog

A Lady Made That

„watch me while i contribute these rhymes to your face.“
Das ist echt gut:

oder das:
„for the full answer to that, read my master’s thesis“

oder das:
„It’s a rape whistle, without the ‚e‘.“

Judith Butler lehnt Berlin CSD Zivilcouragepreis ab!

Am Freitag hatte Judith Butler in der Volksbühne einen Vortrag zu queerer Bündnisarbeit und Kriegspolitik gehalten, und wurde in der Diskussionsrunde gefragt, wie sie denn einen Preis einer so homonormativen Veranstaltung wie dem CSD annehmen könne. Dazu meinte sie, dass sie sich darüber noch nicht ganz sicher ist, und so kam es dann auch zur Ausschlagung des Preises:

aus der Presseerklärung von SUSPECT vom 19. Juni

Als Berliner Queer und Trans-of-Colour-AktivistInnen und Verbuendete begrüßen wir die Entscheidung Judith Butlers, den Zivilcouragepreis des Berliner CSD e.V. abzulehnen. Wir freuen uns, dass eine renommierte Theoretikerin die öffentliche Aufmerksamkeit, die ihr zu Gute kommt, nutzt, um Queer-of-Colour-Kritiken gegen Rassismus, Krieg, Grenzen, Polizeigewalt und Apartheid zu würdigen. Wir schätzen vor allem ihren Mut, die Nähe der Veranstalter zu homonationalen Organisationen offen zu kritisieren und zu skandalisieren. Ihre couragierte Rede ist nicht zuletzt auch das Resultat ihrer Offenheit für neue Anstöße, und ihrer Bereitwilligkeit, sich mit unserer jahrelangen aktivistischen und akademischen Arbeit auseinanderzusetzen, die allzu oft isoliert, prekarisiert, angeeignet und instrumentalisiert wird.

(SUSPECT is a new group of queer and trans migrants, Black people, people of
colour and allies. Our aim is to monitor the effects of hate crimes debates and
to build communities which are free from violence in all its interpersonal and
institutional forms.)

Die taz schreibt dazu:

Die Veranstaltung sei ihr zu kommerziell ausgerichtet und richte sich nicht genügend gegen Probleme wie Rassismus und doppelte Diskriminierung von beispielsweise Migranten, die homosexuell oder transsexuell empfinden.

Man dürfe sich nicht vor den Karren von Organisationen spannen lassen, die im Namen einer queeren Gemeinde Kriege führten und Bündnisse eingingen, in denen Rassismus sowie Antisemitismus geduldet würden, so Butler weiter.

sie dazu auch Im Garten mit Satie

Lady Gaga again and again

hier mal wieder das neuste video von Lady Gaga „Alejandro“:

Lady Gaga – Alejandro from incommun on Vimeo.

und der Aufruf des Genderblogs – wie schon zu Telephone – Interpretationen, Einschätzungen und Analysen dazu zu liefern.

“Alejandro” funktioniert sicher völlig anders als das “Telephone”-Video, das macht schon ein oberflächlicher Blick auf die Ästhetik des fast neun Minuten langen Clips deutlich. Hier spielen Leni Riefenstahl, Faschismus, Fetischismus und Katholizismus ebenso eine Rolle wie Bezüge zum Steampunk. Manche sehen auch Bezüge etwa zu Madonnas Musikvideo zu “Express Yourself”. Aber da findet sich sicher noch mehr. Ich freue mich über Einsendungen (admin@genderblog.de) – bestimmt ist für einen guten Text auch wieder eine kleine physische Anerkennung drin – aber natürlich auch schon über kluge Anmerkungen in den Kommentaren!

Shitstorm für Kristina Köhler

Auslöser war dieser Tweet von gestern Abend:

Auf dem MarxBlog sind einige Reaktionen dokumentiert:

Gestern 22:30. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder wendet sich nach dem “einmaligen Kraftakt” (vulgo Sparpaket) der Regierungskoalition via Facebook und Twitter an das Volk: “Ich habe als Abgeordnete aus voller Überzeugung der Schuldenbremse zugestimmt. Dann muss ich mich jetzt auch am Sparen beteiligen.” Auf Facebook gefällt das 26 32 Leuten. “Natürlich ist die Elterngeldstreichung für Hartz IV-Empfänger hart.” Immerhin gefällt das noch 5 Leuten. Und dann:

Auf dem Blog von Antje Schrupp gibt es eine sehr lesenswerte Analyse zur Entwicklung des Elterngeldes in der letzten Jahren.

via Genderblog

Lady Gaga again and again

Auf dem Genderblog gab es ja den Aufruf zu einer Analyse des Lady Gaga Songs „Telephone“. Und so ist ein interessanter Text von Katrin Horn entstanden:

Das Video ist so sehr ein Teil von MTV, wie es ein Protest gegen den Niedergang des Musiksenders und der Kunst des Musikvideos ist. Außerdem ist „Telephone“ ebenso sexy und aufreizend wie es eine Karikatur der Sexualisierung des weiblichen Körpers im Pop-Geschäft, aber nicht nur dort, ist. Dadurch verkauft Lady Gaga sich, ihre Videos und ihre Musik erfolgreich in eben jenem Business, das sie gleichzeitig unterwandert, kritisiert und in Frage stellt. Und eben in dieser Doppeldeutigkeit, so meine These, liegt der Schlüssel zu ihrem Erfolg.

den gesamten Text gibt´s beim Genderblog

Lady Gaga again

WOW!!!!
„I told you she didn‘t have a dick.“

In der Spex gibt´s einen Artikel dazu und hier auch eine kurze Analyse

via

happy Frauentag

Zur Geschichte des Frauentags: Frauen-Akademie des Renner-Instituts

„Ihr durchtriebenen, miesen F*****!“

Wie geht man mit so einem Hass um? Wie gehe ich als Privatperson damit um, wie gehen wir als Blogbetreiber_innen damit um? Ist es überhaupt sinnvoll, Beiträge wie „Frauen sind wie Hündinnen – die lassen sich nämlich auch mal gern von hinten ficken“ kommentarlos zu löschen? Wäre es nicht vielleicht doch sinnvoller, offensiver damit umzugehen? Was ist die richtige Art, so etwas zu begegnen? Wie reagieren andere Blogs oder Feminist_innen, die in der Öffentlichkeit stehen, darauf? Gibt es ihn überhaupt, den einen richtigen Weg?

In ihrem Beitrag schreibt Anna Berg von der Mädchenmanschaft über den Umgang mit sexistischen Kommentaren im Internet. Interessant an den Kommentaren zu diesem Text ist, dass sofort wieder die Klischees von den männerhassenden Feminist_innen, die ja auch nicht viel besser seien, herausgeholt werden.
Aber es gibt auch einige gute Vorschläge zum Umgang mit dieser Problematik.