Tag-Archiv für 'rassismus'

Demokratiepreis abgelehnt!‏

Gestern hat der Verein AKuBiZ aus Pirna den mit 10.000 Euro dotierten abgelehnt. Dieser u.a. von der Amadeu Antonio Stiftung und des Landes Sachsen ausgerufene Preis wurde zurückgewiesen, weil man dafür eine Grundsatzerklärung hätte unterschreiben müssen. Neben der Zusicherung zur Freiheitlichen Grundordnung hätte diese Erklärung auch von dem Preisträger verlangt, alle potenziellen Partner_innen der eigenen Arbeit auf Extremismus hin zu überprüfen. AKuBiz bietet seit Jahren politische Bildungsarbeit gegen Rassismus und Antisemitismus in einem Landstrich an, in dem man demokratische Kultur mit der Lupe suchen muss. Wer gerne sein solidarisches Verhalten gegenüber einer so konsequenten Entscheidung ausdrücken möchte, sei auf den unten angeführten Spendenaufruf verwiesen.
Unter http://ablehnung.blogsport.de bzw. unter
http://www.akubiz.de kann man weitere Informationen zum Thema erfahren und sich auch als Unterstützer_in eintragen.

Judith Butler lehnt Berlin CSD Zivilcouragepreis ab!

Am Freitag hatte Judith Butler in der Volksbühne einen Vortrag zu queerer Bündnisarbeit und Kriegspolitik gehalten, und wurde in der Diskussionsrunde gefragt, wie sie denn einen Preis einer so homonormativen Veranstaltung wie dem CSD annehmen könne. Dazu meinte sie, dass sie sich darüber noch nicht ganz sicher ist, und so kam es dann auch zur Ausschlagung des Preises:

aus der Presseerklärung von SUSPECT vom 19. Juni

Als Berliner Queer und Trans-of-Colour-AktivistInnen und Verbuendete begrüßen wir die Entscheidung Judith Butlers, den Zivilcouragepreis des Berliner CSD e.V. abzulehnen. Wir freuen uns, dass eine renommierte Theoretikerin die öffentliche Aufmerksamkeit, die ihr zu Gute kommt, nutzt, um Queer-of-Colour-Kritiken gegen Rassismus, Krieg, Grenzen, Polizeigewalt und Apartheid zu würdigen. Wir schätzen vor allem ihren Mut, die Nähe der Veranstalter zu homonationalen Organisationen offen zu kritisieren und zu skandalisieren. Ihre couragierte Rede ist nicht zuletzt auch das Resultat ihrer Offenheit für neue Anstöße, und ihrer Bereitwilligkeit, sich mit unserer jahrelangen aktivistischen und akademischen Arbeit auseinanderzusetzen, die allzu oft isoliert, prekarisiert, angeeignet und instrumentalisiert wird.

(SUSPECT is a new group of queer and trans migrants, Black people, people of
colour and allies. Our aim is to monitor the effects of hate crimes debates and
to build communities which are free from violence in all its interpersonal and
institutional forms.)

Die taz schreibt dazu:

Die Veranstaltung sei ihr zu kommerziell ausgerichtet und richte sich nicht genügend gegen Probleme wie Rassismus und doppelte Diskriminierung von beispielsweise Migranten, die homosexuell oder transsexuell empfinden.

Man dürfe sich nicht vor den Karren von Organisationen spannen lassen, die im Namen einer queeren Gemeinde Kriege führten und Bündnisse eingingen, in denen Rassismus sowie Antisemitismus geduldet würden, so Butler weiter.

sie dazu auch Im Garten mit Satie

Rassistischer WM-Spot auf ZDF

Am Samstag bin ich beim Fernsehen über den rassistischen WM-Spot im ZDF gestolpert. Ich verstehe echt nicht, wie so etwas passieren kann: Oliver Kahn und die Sportstudio Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein sind auf einer Safari, als plötzlich eine große Gruppe von Leuten an ihnen vorbei rennt und Kahn erklärend zu ihr sagt: „Wild auf Fußball!“ Es ist wirklich schlimm, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender sich bei einem so sensiblen Thema nicht besser beraten lässt. Naja, und das ist wahrscheinlich auch erst der Auftakt…

Um die Woche aber auch mit etwas Nettem beginnen zu lassen: